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Benjeshecke als Uferschutz am Seddiner See

Es ist immer wieder schön, feststellen zu dürfen, dass wir am Seddiner See da wohnen und leben dürfen, wohin andere gerne ihre Ausflüge machen. Gerade in Zeiten, in denen durch Corona so vieles untersagt ist, erfreut sich unser See wachsender Besucherströme und Liebhaber. Die Sonne glitzert „noch“ im Wasser und so ist es wie im Sprichwort: Es ist nicht alles Gold, was glänzt. Der
See und seine durch den Wasserrückgang nun zugängliche empfindliche Uferzonen leiden unter der geballten Ausflugs-, Wander- und Entdeckerfreude. Das muss aber nicht sein. Es sollte beides möglich sein, dass der Mensch mit Freude dem See begegnen kann, ohne dass die Natur Schaden nimmt, von dem sie selbst sich langfristig nur schwer erholen kann.

Wir, die wir ihn jeden Tag sehen und genießen dürfen, haben nun im Rahmen des Fördervereins Seddiner See einen ersten pragmatischen Anfang geschaffen, um den notwendigen Schutz von Schilf und Muschelbänken durch den Bau einer Benjeshecke zu gewährleisten. Benjeshecken sind Totholzhecken, die Vögeln und anderen Tieren Schutz und Nahrung bieten. In unserem Fall, soll auch verhindert werden, dass der See uneingeschränkt und beliebig zugänglich ist. Die Hoffnung ist, dass die Besucher die Bereiche hinter den Hecken schonen und sich idealerweise auf die Nutzung der offiziell ausgewiesenen Wanderwege und Liegewiesen beschränken.

Im Vorfeld wurde in mehreren großen Sammelaktionen Baumaterial unter anderem in Leipziger Straße Ecke Bahnhofstraße von vielen fleißigen und engagierten Seddinern zusammengetragen. Einen herzlichen Dank an die einheimischen Fuhrunternehmer und Garten- u. Landschaftsbauer Fa. Bert Wiesatzki, Fa. Daniel Witte, Fa. Christoph Hanisch, Fa. Benjamin Meyer, Fa. Thomas Rügen und dem G&CCS sowie natürlich den Kameraden der freiwilligen Feuerwehr von Seddin für die Unterstützung bei der Materialsammlung- und Lieferungen.

Am 27.03.21 und 10.04.21 haben wir mit vereinten Kräften durch viele freiwillige und tatkräftige Bürger der Gemeinde Seddiner See den geplanten Heckenbau am Burberg und an der Dorfstraße zwischen Kähnsdorf und Badestelle umgesetzt. In Wildenbruch wurde ebenfalls initiiert durch Günter Schiemann (Ortsvorsteher von Wildenbruch) und Claudia Nowka (Bürgermeisterin von Michendorf) das Nordufer mit dem für den See so  wichtigen Röhrichtgürtel durch weitere Benjeshecken gesichert. Auch den dort so zahlreich vertretenen Mitstreitern ein großes Dankeschön.

Das stürmische Wetter zeigte sich dominierend im gegenseitigen Rückenwind in der gemeinschaftlichen und sehr freudvoll geprägten Arbeit. Vielen lieben Dank für die so dringend benötigten Lochbohrer. Ebenso für die leckeren Suppen von Sascha Körnig, mit denen sowohl die großen als auch die kleinen Helfer beköstigt wurden. Einen herzlichen Dank auch an das Team der Reuse,
das uns alle mit Kaffee und Tee versorgte.

Es ist eine erste beindruckende und wertvolle gemeinsame Leistung der Anwohner von Seddiner See und Michendorf für unseren See, deren Erweiterung und Komplementierung auf Seddiner Seite für Samstag, den 08.05.2021 geplant ist. Ein allumfassendes Dankeschön für deren reibungslose Organisation gilt den Ortsvorstehern von Seddin und Kähnsdorf Hartmut Schäfer und Mario Spiesecke sowie dem Gemeindevertreter Mirko Pierdzig.

An dieser Stelle möchte ich im Namen aller Beteiligten unser herzliches Beileid an Familie Schade richten. Bodo Schade ist nach seinem Hilfseinsatz am Abend des 27.03.2021 für immer eingeschlafen. Wir danken ihm für die Kraft und die Begeisterung, die er bis zuletzt in seine Lebensumgebung investiert hat.

Jürgen Wagler, den 14.04.2021

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