Seddiner See 2020

RUND UM DEN SEDDINER SEE

Hinweis: Der Inhalt dieser Seite enthält Auszüge aus einer Broschüre des ehemaligen Fördervereins. Sie können sich die Broschüre am Ende dieses Artikels downloaden.

Lassen Sie sich einladen …

… zu einer Wanderung „Rund um den Seddiner See“ – einer märkischen Region zwischen Havelland und Fläming mit einem sehr schönen See – umgeben von sanften Hügeln, Sand- und Heideflächen, weiten Kiefernwäldern, Feuchtwiesen und Mooren.

… zu einer Wanderung durch die Dörfer am See, die von Ihrer Geschichte erzählen und dem Besucher zahlreiche Möglichkeiten zur Erholung und Entspannung bieten.

… zu Ausflügen in die herrliche Umgebung – dem Schwielowsee, der Fresdorfer Heide, der Nuthe-Nieplitz-Niederung und dem Niederen und Hohen Fläming, und in die Stadt Potsdam mit ihren kulturhistorischen Schlössern und Gärten.

Die Landschaft zwischen Havelland und Fläming

Entstanden ist diese Landschaft Mittelbrandenburgs nach der letzten Weichselvereisung vor 20.000 Jahren, als die Inlandeismassen abschmolzen und Talsander, Endmoränen und zahlreiche Niederungsgebiete mit flachen Seen und Flüssen hinterließen.

Germanen und slawische Stämme siedelten in diesem Gebiet, letztere gaben dem Beelitzer Sander den Namen „Zauche“ – für trockenes Land. Erst viel später, als zur Zeit der Askanier Holländer und Flamen ins Land geholt und dieses neu besiedelt wurde, entstand der Name „Fläming“.

Wie anfangs schon die Sage berichtete, liegt das Gebiet der Seddiner Seen am Rande der Zauche – im Übergangsbereich zweier Landschaftsformen, das sind die Beelitzer Heide – ein Talsandergebiet – und die Nuthe-Notte-Niederung – eine flachwellige Grundmoränenlandschaft mit einigen Stauchmoränenkuppen.

Zum Landschaftsgebiet der Seddiner Seen gehören …

… der Teufelssee mit einigen perlschnurartig aufgereihten Waldmoorgebieten und einer sehr selten gewordenen Fauna und Flora,

… der Große Seddiner See mit einer Wasserfläche von 235 ha, ein Flachsee mit verschilften Randzonen, die insbesondere auf der Nordseite noch Lebensräume für zahlreiche in und auf dem Wasser lebende Vögel bieten, der einlädt zum Baden und Angeln und ideale Bedingungen zum Surfen und Segeln bietet,

… der Kleine Seddiner See, der durch eine kleine Nehrung bei Kähnsdorf vom Großen Seddiner See abgeteilt und wegen seiner Lage oft als Kähnsdorfer See bezeichnet wird und von Schilf und Erlenbruchwäldern umgeben ist,

… das Mühlenfließ und der Schafgraben, welche die in normalen Jahren abfließenden Wassermengen aus diesen Seen aufnehmen und am Fresdorfer See vorbei durch das Poschfenn in die Nuthe-Nieplitz-Niederung abführen,

… und auch die dünenartigen Hügel, die diese Feuchtgebiete umgeben, wie der Ziegenberg, der Rauhe Berg oder der Krugberg.

Die Geschichte der Seddiner Seen und ihren Dörfer

Die Landschaft der Seddiner Seen erfuhr schon vor mehr als 10.000 Jahren ihre ersten menschlichen Ansiedlungen, erste urkundliche Erwähnungen fanden die Seddiner Seen aber erst im Jahre 1350 zur Zeit der „Waldernarschen Unruhen“ (1349), die Stadt Beelitz hatte sich gemeinsam mit (Treuen-) Brietzen auf die Seite des rechtmäßigen Markgrafen geschlagen und erhielt ein Jahr danach als Dank die Rechte an den beiden Seddiner Seen verliehen.

Erste urkundliche Aufzeichnungen über die Dörfer am Seddiner See fand man im Landbuch Kaiser Karl IV. von 1375. Zum Zwecke der Abgabenerhebung wurden alle Orte der Kurmark in diesem Landbuch erfaßt. Danach war auch die Nutzung der Seen mit einem „Kahnzins“ belegt, dieser war an den Ritter Rudolph von Oppen abzuführen.

Der wasser- und fischreiche See sicherte den Bewohnern neben den geringen Ernten, die die Landwirtschaft auf den kargen Böden ermöglichte, einen bescheidenen Lebensunterhalt. Bis in die Wendezeit zurück reichte der Brauch der Bauerngutsbesitzer, auf dem See zu fischen, auch der Forstmeister von Kunersdorf hatte dieses ererbte Recht.

Nutzungsberechtigt zur Fischerei auf dem See waren bis 1893:

  • der königliche Fiskus als Eigentümer der Oberförsterei Kunersdorf, ihm war das Fischen „mit kleinem Zeuge“ zum Eigenbedarf erlaubt,
  • die 7 bäuerlichen Wirte von Seddin „mit kleinern Zeuge“ zum Eigenbedarf und Verkauf,
  • ebenso die bäuerlichen Wirte von Kähnsdorf 
  • und die jeweiligen Eigentümer des Lehnschulzengutes in Seddin, diese durften an zwei Tagen in der Woche zum eigenen Bedarf mit der „Zuhre“ fischen.

Seit dem ersten Drittel des 18. Jahrhunderts diente die Fischerei nicht mehr nur dem eigenen Nahrungserwerb, sondern dem Geschäft, sie wurde nun intensiv betrieben. Neben dem alten Recht auf Fischfang bestand aber auch die Verpflichtung beim „großen Carr“ zu dienen. Man vermutet, daß diese Verpflichtung an die Stelle des Kahnzinses trat.

Die Geschichte der Seddiner Seen zeigt den öfteren Wechsel seiner Eigentümer, so erwarb 1447 das Prämonstratenser – Kloster bei Brandenburg die Besitzrechte am Seddiner See. Nach der Reformation fielen die Güter der Klöster und damit die Seen an den Kurfürsten des Landes, die Nutzung der Rechte erfolgte vom kurfürstlichen Amt Saarmund aus.

Die kargen Ernten auf den Äckern am See veranlasste die Seddiner Bauern gegen einen Pachtzins von 20 Talern um Überlassung der „Zuhr-Fischerei“ zu bitten.

1712 wurde der Amtmann Friedrich Thile aus Saarmund Pächter der Seen. Die gesamte Staatsdomäne ging 1816 in den Besitz des Amtes und seines Verwalters Kühne über, die Seddiner Seen wurden ihm für 50.000 Taler verkauft. Die Seen mit allen Rechten befanden sich nun in Privathand.

In den nachfolgenden Jahren wechselten wiederum die Eigentümer, so erwarb 1864 der Rentier August Claude den See, ihm folgt 1885 der Kaufmann Friedrich Wilhelm Naundorf und 1889 der Bankier Max Markus. Dieser verkaufte dann beide Seen im gleichen Jahr an Hermann Randewig für 21.000 Mark. Im Jahre 1893 löste dieser die Rechte der Seddiner und Kähnsdorfer Bauern am See mit einer Zahlung von 17.263,00 Mark ab. Auf dem Friedhof in Seddin findet mar noch heute die Grabstelle von Hermann Randewig, der bis 1924 lebte, seine Frau Alwine starb erst 1945 und war damit die letzte Seebesitzerin.

An der Ortsgrenze zwischen Seddin und Kähnsdorf, der Trift, entstand eine Rohrweberei. Im Winter wurde auf dem See Eis geschnitten und eingelagert. Fischfang und Bewirtschaftung wurden zum Produktionszweig ausgebaut und es entstanden viele Arbeitsplätze. Später entwickelte sich auf dem Gelände der Rohrweberei der VEB Binnenfischerei Potsdam, aus einem Teil des Fischereibetriebes die Entenzucht und -produktion Seddin, die in dieser Jahr (1995) ihren Betrieb einstellte.

Gegenwärtig ist die Besitzfrage der Seddiner Seen leider ungeklärt! Die GbR Binnenfischerei Seddin bewirtschaftet als Pächter den See und nimmt die Fischereirechte wahr.

Der Förderverein Seddiner See bemüht sich seit 1992 um den Schutz und Erhalt der Seddiner Seen und der sie umgebenden Naturlandschaft sowie um die Förderung der Erholungsmöglichkeiten in unserer Region.

Zur Geschichte der Seddiner Seen gehört auch ihre Entdeckung für die Naherholung in den 20er und 30er Jahren dieses Jahrhunderts, danach sind viele Feriensiedlungen entstanden und der Charakter der Dörfer hat sich verändert. In den Sommermonaten übersteigt die Zahl der Besucher die der Einwohner. Es gibt Pläne des Landes, die Seddiner Seen in ein Landschaftsschutzgebiet „Nuthetal – Beelitzer Sander“ einzubetten und somit die Bedingungen für Natur und Naherholung weiter zu verbessern.

Historisches

Die Dörfer am Seddiner See

Der Besucher, der aus Potsdam oder von der A 10 – Abfahrt Michendorf (Potsdam-Süd) kommend den Seddiner See erreicht, trifft als erstes auf das Dorf Seddin am südwestlichen Ufer des Großen Seddiner Sees. Seddin hat rund 850 Einwohner und gehört seit Dezember 1993 zur Gemeinde „Seddiner See“.

Nach einer Fahrt – ob mit Bus, Auto oder Fahrrad entlang der B 2 – durch die grünen Wälder des Kunersdorfer Forstes öffnen sich beiderseits der Straße plötzlich Durchblicke auf die Wasserflächen des Großen Seddiner Sees.

Zu Zeiten Napoleons wurde zur Überquerung des Sees an dieser Stelle ein Damm geschaffen und der See in zwei Wasserflächen geteilt, die kleinere davon wird heute fälschlicherweise oft als Kleiner Seddiner See bezeichnet.

Gleich hinter dem Damm, über welchen heute die B 2 führt, findet man die Gaststätte „Jägerhof“ mit Terrasse zum See, Wildgerichten und Übernachtungsmöglichkeiten. Gegenüber kann der Besucher von einer kleinen Grünanlage mit Bänken, die erst im letzten Jahr auf Initiative des Vereins entstanden ist, einen ersten Ausblick auf den See und seine Umgebung genießen. In unmittelbarer Nähe halten auch die Buslinien 643 (Potsdam – Beelitz) und die 641 (Neuseddin – Beelitz).

Entlang der Hauptstraße des Ortes, an welcher links und rechts kleine Einfamilienhäuser in hübschen Gärten stehen und dadurch den Zugang zum See nicht möglich machen, erreicht man nach ca. I km den alten Dorfkern von Seddin – den Kirchplatz. Auf einer Landzunge, die in den See herausragt, fand die erste Besiedlung statt. Die Geschichtsforscher gehen von einer slawischen Siedlungsgründung aus. Darauf deutet z. B. die Siedlungsform als Rundling, das Fehlen des Kirchenlandes und der Ursprung des Ortsnamens (wahrscheinlich abgeleitet von sedo = Sitz, neuste Forschungen berufen sich auf das urslawische zid = flüssig, für das Gewässer). Obwohl Seddin abseits der großen Heerstraßen lag, blieb das Dorf von Plünderungen und Brandschatzungen des 30jährigen Krieges nicht verschont, am Ende waren zwei Drittel aller Höfe verwüstet.

In der Mitte des Dorfangers wurde im Jahre 1735 die Dorfkirche errichtet, hierbei handelt es sich um einen verputzten Backsteinbau mit quadratischem Westturm. Im Kircheninneren, einem Saalbau mit Emporen, erhebt sich über einem schlichten Altartisch eine barocke Kanzel. Im Jahre 1882 erhielt die Kirche eine Schleifladenorgel vom Potsdamer Otto Gesell, fast 100 Jahre später wurde diese durch den Schuke Orgelbau Potsdam restauriert, wie auch das gesamte Gebäude in dieser Zeit restauriert wurde.

Auf dem Kirchplatz, der von alten Linden umgeben ist, findet man die Hotelgaststätte „Drei Linden“, hier werden deutsche Gerichte angeboten und es besteht die Möglichkeit zur Übernachtung.

Bis zur Seddiner Badestelle sind es dann nur noch etwa 500 m, im Sommer ist diese kaum zu verfehlen, denn zahllose Autos versuchen hier zu parken. Interessant für den Besucher ist noch ein rohrgedecktes Lehmfachwerkhaus mit kleinem Bauerngarten, welches auf dem Weg zum Strand an der Hauptstraße Nr. 48 zu finden ist. Dieses älteste Haus von Seddin ist heute ein Zeitzeuge für die einstmalige Bauweise der Bauernhäuser am Seddiner See. Ganz in der Nähe ist ein Imbissstand.

Etwas weiter, dort wo die Trift und Hauptstraße aufeinander treffen, gibt es ebenfalls einen Badestrand mit Boots- und Fahrradverleih, Imbissangebot und Angelkarten.

Fast schon kein Geheimtip mehr, hier und gleich nebenan bei der Binnenfischerei werden frischer und geräucherter Fisch aus eigener Räucherei angeboten. Bei unserem Fischer, Herrn Mannheim, können Sie sich selbst davon überzeugen und beim Räuchern vielleicht einmal über die Schulter schauen, geräucherter Aal oder geräucherte Forelle sind hier „wärmstens“ zu empfehlen.

Von dort gelangt man über die Seddiner Straße weiter nach Kähnsdorf. Für Fußgänger gibt es einen Sandweg über die brachliegenden Äcker der Malsche, die im Sommer reichlich blühen, und der schließlich an schattigen Ufern am Burberg vorbeiführt. Die vor dem Ufer aufgestellten Baumsperren dienen dem Schutz dieses Naturbereiches, gleichzeitig laden sie den Wanderer zum Verweilen ein, hier kann er in Ruhe einen Blick auf den endlich frei gewordenen See genießen.

Weitere Wanderungen in die Umgebung von Seddin empfehlen wir:

  • vom Kirchplatz über die Schlunkendorfer Straße zum Dorf Schlunkendorf, hier entweder zu den Reiterhöfen oder in den Monaten Mai/Juni weiter bis zur Spargelstraße (ca. 3 km)
  • vom Kirchplatz über die Stückener Straße und hinter der Siedlung Kähnsdorf durch den Wald der Stückener Heide zum Naturschutzzentrum nach Stücken (ca. 5 km)

Kähnsdorf ist ein kleines Dorf mit ungefähr 200 Einwohnern und gehört ebenfalls seit Dezember 1993 zur Gemeinde „Seddiner See“, das Dorf liegt am südöstlichen Ufer des Großen Seddiner Sees. Der Name „Kenstorff“ bzw. „Kentorp“, so wie es im Landbuch der Kurmark von 1375 erwähnt wurde, hat wahrscheinlich slawischen Ursprung, Geschichtsforscher vermuten die Ableitung von einem slawischen Personennamen.

Eine bedeutsame Heer- und Handelsstraße zwischen Treuenbrietzen, Beelitz und Saarmund führte durch den Ort und unmittelbar östlich des Ortes durch die Enge zwischen Großer und Kleinern Seddiner See, die einzig passierbare Stelle durch die sumpfigen Wälder und Moore der Umgebung. Das Dorf hatte auf Grund seiner exponierten Lage die wichtige Aufgabe, diese Straße, auch „Poststraße“ genannt, an dieser engsten Stelle zu sichern. Aus dieser Situation hatte Kähnsdorf bedeutsame Vergünstigungen, wie das Recht auf Fischerei auf dem Kleinen Seddiner See, das Schlagen von Bau- und Brennholz in der Kunersdorfer Heide und das Recht auf freie Hütung.

Allerdings hatte diese alte Heer- und Handelsstraße auch negative Auswirkungen für das Dorf, so mussten z. B. zu Zeiten des 30jährigen Krieges die durchziehenden Truppen aller Kriegsparteien versorgt werden und die Menschen im Dorf waren der Willkür der Söldner ausgesetzt – Seuchen und zerstörte Höfe waren die Hinterlassenschaft. Auch danach wurde Kähnsdorf immer wieder vom Durchzug der verschiedensten Kriegsparteien in Mitleidenschaft gezogen und in seiner Entwicklung gebremst.

Im Dorf ist noch ein altes rohrgedecktes Lehmfachwerkhaus mit niedersächsischem Pferdekopfgiebel aus dem 18. Jahrhundert bemerkenswert. Rund hundert Jahre war hier eine Schule untergebracht, die Wohnung im selben Haus eignete sich nur für einen unverheirateten Lehrer, so daß hier in der kurzen Zeit 33 Lehrer wirkten. Nach dem 1. Weltkrieg war die Zahl der Schulkinder stark zurückgegangen, so dass 1930 die Schule geschlossen wurde. Danach diente das Gebäude lange Zeit als Gemeindehaus.

Gleich nebenan findet man die Gaststätte „Zur Reuse“ mit sehr schönen Außenplätzen und Blick auf den See, hier besteht auch die Möglichkeit, Boote oder Fahrräder auszuleihen.

Die einstmals bedeutsame Straße ist inzwischen zur „Rennmeile“ für Badeurlauber geworden und reißt besonders in den Sommermonaten das kleine verträumte Dorf gewaltig aus den Schlaf. Wie alle Dörfer am See, hat sich auch Kähnsdorf zu einem beliebten Ausflugsziel für Erholungsuchende aus den nahegelegenen Großstädten entwickelt, und es gibt wahrlich schöne Plätzchen zum Ausruhen und Entspannen.

Der Kähnsdorfer Badestrand ist im Sommer ein vielbesuchter Ort, hier tummeln sich nicht nur Badegäste, vor allem Surfer schätzen diesen Bereich als Ausgangspunkt für ihren Freizeitsport. Ihnen möchten wir mit aufs „Wasser“ geben, nicht in die Schilfbereiche des Sees zu fahren, schonen Sie diesen gefährdeten Lebensraum – denn der Erhalt eines Erholungsgewässers hängt davon ab!

Gleich hinter der Badestelle, unter dem Schutzdach eines in der Forst sehr selten gewordenen Waldgebietes und von einem wertvollen Feuchtbiotop begrenzt, befindet sich ein Campingplatz – die Besucher haben Wald und Wasser in unmittelbarer Umgebung.

Selten gewordene Naturbereiche, wie das Erlenbruch zwischen Kleinem und Großem Seddiner See, sorgen hier für eine optimale Erholung, allerdings sind die Besucher auch aufgerufen, besonders schonend mit Pflanzen und Tieren in diesem Gebiet umzugehen, sie sind der Garant für den Erhalt dieser wunderschönen Landschaft.

Vom Rauhen Berg (78,5 m über NN) hat der Besucher einen sehr schönen Ausblick auf diese Umgebung.

Der Besucher, der das Dorf aufsuchen will, hat die Möglichkeit sein Fahrzeug auf einem großen Parkplatz vor dem Dorf abzustellen, von hier aus erreicht man bequem die Gaststätten und kann einen schönen Spaziergang durch das Erlenbruch bis in die Kähnsdorfer Bucht machen.

Von dort kann man über den Campingplatz weiter nach Fresdorf wandern oder radeln. Der Weg (ca. 2 km), der anfangs durch ein Wäldchen führt, gibt auf der rechten Seite einen herrlichen Blick auf das Niederungsgebiet frei, welches bis nach Stücken führt. Um nach Stücken zu kommen, kann man von der Badestelle Kähnsdorf am Rauhen Berg und Kleinen Seddiner See sowie am Fresdorfer See vorbei durch die Stückener Heide wandern (ca. 3 km).

Weitere Wanderungen ernpfehlen wir vom Parkplatz Kähnsdorf:

  • den Weg südlich des Parkplatzes durch die Stückener Heide zum Naturschutzzentrum Stücken (ca. 3 km)
  • über die alte Poststraße – jetzt Kähnsdorfer Weg – durch die Siedlung Kähnsdorf, Seddin und die Schlunkendorfer Siedlung in die Spargelstadt Beelitz. Dort, wo dieser Weg auf die B 2 mündet (Minol – Tarıkstelle), geht es nach links in die Stadt Beelitz (ca. 5 km)

Fresdorf ist ein kleines Dorf mit rund 280 Einwohnern und wird vom Amt Michendorf verwaltet, es liegt nicht direkt am See, wie Sie es auf Ihrer Wanderung schon bemerkt haben, aber seine Felder und Wiesen begrenzen das Ostufer des Großen Seddiner Sees.

Erstmals urkundlich erwähnt wurde der Ort im Landbuch Kaiser Karls IV. von 1375 unter dem Namen „Fredderikstoff“, dieser wurde mehrfach geändert, im 18. Jahrhundert setzte sich der heutige Name durch.

Fresdorf, der Ort besaß damals 52 Hufen Land, hatte wie Wildenbruch die wichtige Aufgabe, der am Ostufer des Sees vorbeiführenden Heer- und Handelsstraße von Beelitz nach Saarmund Flankenschutz zu geben. Fischereirechte besaßen die Bauern des Dorfes für den Fresdorfer See. Direkt erreichen kann man Fresdorf mit der Buslinie 608 (Potsdam – Rieben) oder per Auto von der A 10 über Michendorf und Wildenbruch in Richtung Luckenwalde.

Im Ort gibt es eine mittelalterliche Dorfkirche aus dem 18. Jahrhundert, welche in den letzten Jahren ein neues Dach erhielt und umfangreich restauriert wurde. Auch die Straßen des Dorfangers wurden nach altem Muster neu gepflastert und verleihen diesem Platz einen gepflegten Charakter. In deren Mitte befindet sich eine 200 Jahre alte Dorfschmiede.

Nach einer Brandkatastrophe am Dorfanger gegen Ende des 19. Jahrhunderts wurden etliche Bauernhäuser und der Fachwerkoberbau der Schmiede zerstört. Im Jahre 1991 kaufte ein Berliner Ehepaar diese Schmiede und restaurierte sie, heute wird sie in Anlehnung an eine alte Tradition der Region als Weinstube genutzt. Der Weinbau wurde einst durch Mönche nach Brandenburg gebracht. Doch in kalten Wintern erfroren viele Weinstöcke und der Weinbau ging wieder zurück. Die „Weinschmiede“ bietet heute in gemütlicher, uriger Atmosphäre an Wochenenden und an Feiertagen Pfälzer Weine und kleinere Gerichte an. Es wäre schön, wenn auch Weine aus der Mark Brandenburg im Angebot wären!

Die alte Dorfgaststätte „Zum Lindenhof“ hat in jüngster Zeit weitere Konkurrenz bekommen. Neben dem Anfang des Jahres eröffneten Landshop „Fresdorfer Heide“ gibt es jetzt auch eine Gaststätte mit Biergarten und Schnellimbiss – eine Besonderheit hier sind die „Thüringer Wurstwaren“.

Wollen wir hoffen, daß Besucher unserer Region von diesen Errungenschaften regen Gebrauch machen, für Wanderungen in die Umgebung oder zum Baden an den Seddiner See sind dies jedenfalls gute Ausgangspunkte bzw. Raststätten. Erwähnenswert für den kleinen Ort ist seine ihn umgebende Landschaft. Südlich des Dorfes eingebettet in ein Niederungsgebiet liegt der Fresdorfer See. In den ausgedehnten Niedermoorflächen wurde einst Torf zu Heizzwecken gestochen. Seit ein paar Jahren gehört der Fresdorfer See zu einem Naturschutzgebiet, welches das Poschfenn mit einbezieht und fast bis an den Ort Stücken heranreicht. Gewässer, Übergangsmoore und Verlandungsmoore mit sehr selten gewordenen Pflanzen- und Tiergesellschaften wurden hier unter Schutz gestellt.

Nordöstlich des Dorfes liegt die Fresdorfer Heide, ein Teil des Saarmunder Endmoränenbogens mit dem Backofenberg (96 müber NN), dem Langen Fenn und
dem Ziebchenberg (80 m über NN). Einen Abstecher in diese Gebiete sind besonders dem Natur- und Wanderfreund zu empfehlen. Das Waldgebiet um den Krugberg (74 m über NN), welches westlich des Ortes liegt, führt uns nun zurück zum Großen Seddiner See. Auf unserer Wanderung lassen wir dieses auf der rechten Seite zurück, wir erreichen wieder die alte Poststraße und in nördlicher Richtung nach ca. I km das nächste Dorf – Wildenbruch.

Wildenbruch ist ein größeres Dorf mit rund 1100 Einwohnern am Nordufer des Großen Seddiner Sees und wird ebenfalls vom Amt Michendorf verwaltet. Schon vor 2000 Jahren war Wildenbruch ein beliebter Siedlungsort. Germanische Stärnme siedelten hier vor den Slawen. Neue Bedeutung erhielt der Ort im 12. Jahrhundert, als sich deutsche Siedler niederließen. Schriftlich erwähnt wurde Wildenbruch zum ersten Mal, wie alle anderen Orte am See, im Landbuch Kaiser IV. von 1375. Zum Dorf gehörten 59 Hufen Land, was die Bedeutung als Wehrdorf gegenüber den Feinden der Mark Brandenburg unterstrich.

Wildenbruch lag direkt an der wichtigen Heer- und Handelsstraße, die von Beelitz nach Saarmund führte und hatte ebenfalls die Aufgabe, diese Straße zu schützen. Mitte des 13. Jahrhunderts entstand an dieser Stelle eine Wehrkirche aus meterdicken Feldsteinmauern, sie diente den Bewohnern von Wildenbruch auch zum Schutz vor Überfällen. Der Bau ist im romanischen Stil ausgeführt, typisch für die märkischen Dorfkirchen ist das dreigeteilte Dach.

Unweit der Kirche auf einer vom Sumpf umgebenen Insel gibt es noch Reste einer Erdburg, im Volksmund auch „Burgwall“ genannt. Strittig ist deren Ursprung, nach neusten Annahmen sollen deutsche Siedler diese Erdburg als Versteck für das Vieh und die Ackergeräte errichtet haben. Auch in Wildenbruch hinterließ der 30jährige Krieg und später der Durchzug weiterer Truppen seine Spuren, Söldner verschiedener Kriegsparteien brandschatzten und
beraubten das Dorf und auch die Pest forderte ihre Opfer, die wüsten Höfe wurden erst nach und nach neu besiedelt. Ein Brand im Jahre 1884 vernichtete wiederum viele Höfe, danach entstanden an Stelle der strohbedeckten Lehmhäuser Wohngebäude im Stil der Gründerzeit. Diese Häuser wurden nicht mehr mit dem Giebel, sondern mit der breiten Hausseite zur Straße errichtet.

Auf dem Kirchhof wurden 1722 zur Seidenraupenzucht Maulbeerbäume angepflanzt. Diese Bäume standen noch bis Ende des 19. Jahrhunderts dort, wurden
danach aber abgeholzt. In den letzten Jahren wurde mit umfangreichen Restaurierungsarbeiten am Gebäude der alten Wehrkirche begonnen. Zunächst wurde der aus dem Jahre 1737 stammende Fachwerkturm restauriert.

Inzwischen hat Wildenbruch seinen dörflichen Charakter verändert. Als Erholungsstandort entdeckt, entstanden hier viele Feriensiedlungen. Am östlichsten Ufer des Großen Seddiner Sees, dort wo die schilfreichen Ufer und ein ausgedehntes Feuchtgebiet mit Erlenbruchwäldern und Feuchtwiesen aufhören, findet man die Wildenbrucher Badestelle mit dazugehörigem Parkplatz.

Von hier aus hat man es nicht sehr weit zum alten Dorfkern von Wildenbruch, mit der Dorfgaststätte „Zum Seddiner See“ und sehr schönen Außenplätzen in einem gepflegten Garten. Übrigens soll die Brandkatastrophe von 1884 von dieser Gaststätte, dem damaligen Dorfkrug, ausgegangen sein. Angeblich wurde bei einem Sturm, der über den See peitschte, das Tor der zum Hof gehörenden Scheune zugeschlagen, eine zerschlagene Petroleumlampe entfachte schließlich das Feuer. Gleich nebenan auf einem alten Bauernhof gibt es seit ein paar Jahren den Gasthof „Zur Linde“ mit Biergarten, märkischer Küche und zahlreichen Veranstaltungen, Spielflächen für Kinder und Tieren vom Bauernhof. Einkaufsmöglichkeiten gibt es in der Potsdamer Straße, so die Bäckerei Mende, den Fleischer Allar, Zeitungs- und Imbissstände, einen Getränkestützpunkt und das Möbelhaus Müller.

Als nach der Wende die Landwirtschaft für Wildenbruch an Bedeutung verloren hatte, schmiedete man in der Gemeinde neue Pläne zur Entwicklung der Region. Eine Villen- und Golfanlage zwischen dem Dorf und den Siedlungen Bergheide, Six und Lehnmarke ist im Entstehen. Der Golf- und Country Club Seddiner See e. V. errichtet auf 250 ha brachliegenden Äckern der ehemaligen LPG ’n zwei 18- Loch Golfplätze mit Golfhotel und einer Wohnanlage mit 240 Villen. Zahlreiche Diskussionen hat es seitdem über die Richtigkeit dieser Pläne gegeben. Naturschützer möchten wertvolle Lebensräume in diesem Gebiet erhalten.

Beachtenswert in diesem Landschaftsbereich ist vor allem das „Laichschon- und Brutvogelschutzgebiet“ am Nordufer des Großen Seddiner Sees – ein geschlossenes und ausgedehntes Schilfbiotop. Neben selten gewordenen Pflanzen finden hier im und am Wasser lebende Tiere Schutz und Geborgenheit. Auch wir setzen uns dafür ein, daß dieses Biotop trotz aller Zivilisationseinflüsse erhalten werden kann, denn für die Gesunderhaltung des Gewässers ist dieser Uferbereich außerordentlich lebenswichtig.

Will man vom alten Dorfkern am Nordufer des Sees entlang zum Ortsteil Lehnmarke wandern, kommt man direkt an diesem schutzbedürftigen Gebiet und an der Baustelle des zukünftigen Golfplatzes vorbei. Die durch den Regen in diesem Jahr üppig entwickelte Vegetation gibt allerdings nur einen schmalen Wanderpfad frei. Durch den Golf- und Country Club Seddiner See soll später einmal ein ausgebauter Wanderweg entstehen. Bis dahin muß der Wanderfreund einen etwas unwegsamen Pfad in Kauf nehmen.

Auch der Uferbereich unterhalb der Siedlung Lehnmarke – in diesem Jahr ein sehr feuchter Erlenbruchwald – erlaubt nur das Wandern mit wasserfestem Schuhwerk. Hat man endlich den höher gelegenen Wald erreicht, gelangt man bereits in die Gemarkung Neuseddin. Bis zum Jahre 1908 stand an dieser Stelle „Lehnmarke 2“ einmal eine Ziegelei, leider ist davon nur noch das Wohnhaus übrig geblieben. Wandert man in westlicher Richtung weiter durch den Wald, kann man rechts neben dem Weg noch größere Vertiefungen entdecken. Hier wurde einst der Lehm für die Ziegelei entnommen. In diesem Waldgebiet trifft man außerdem auf derı Neuseddiner Campingplatz und Badestrand und gelangt schließlich nach kurzem Weg zurück bis zur B2.

Ein etwas längerer Weg, um vom Dorf Wildenbruch zur Lehnmarke zu gelangen, führt über die Luckenwalder Straße nach Michendorf und über den Ortsteil
Bergheide, dafür kann dieser auch von Autofahrern benutzt werden. Unterwegs sollten Sie das „Hotel am Wald“ nicht übersehen, es bietet in gepflegten Gasträumen italienische Spezialitäten, Konferenzräume für 30-40 Personen und Übernachtungsmöglichkeiten in komfortablen Zimmern, außerdem einen Fahrradverleih. Von hier fährt man weiter bis zum Autohaus „Basel“, biegt nach links auf die B 2, fährt am Autobahnzubringer – A 10 Michendorf (Potsdam – Süd) vorbei bis zum Ortsteil Bergheide. Dort wo die Gaststätte „Heidekrug“ und ein Lebensmittelladen zu finden sind, biegt man von der B 2 nach links ab. Es führt von dort eine asphaltierte Straße direkt bis zur Siedlung Lehnmarke.

Kurz vor der Siedlung Lehnmarke geht rechts ein Weg in den Wald, der wiederum zum Campingplatz Neuseddin führt, von dort geht ein Waldweg bis zur ehemaligen Försterei Kunersdorf. Über die Kunersdorfer Straße gelangt man in den jüngsten der fünf Orte am Seddiner See – nach Neuseddin. Die Ortsteile Lehnmarke, Bergheide und Six erreicht man außerdem mit der Buslinie 643 (Potsdam – Beelitz). Das Dorf Wildenbruch mit der Buslinie 608 (Potsdam – Rieben).

Neuseddin hat sich aus einer Eisenbahnersiedlung erst zu Beginn dieses Jahrhunderts entwickelt, es hat 3200 Einwohner und gehört ebenfalls zur Gemeinde „Seddiner See“. Es liegt eingebettet in einem ausgedehnten Kiefernwaldgebiet, dem Kunersdorfer Forst. An dieser Stelle ist nun ein Exkurs in die weitere Vergangenheit erforderlich.

Die Wüstung Kunersdorf

Im Landbuch Kaiser Karl IV. von 1375 wurde auch das Dorf Kunersdorf erwähnt, als dieses Mitte des 15. Jahrhunderts in den Besitz des Klosters bei Brandenburg überging, war es allerdings bereits wüst. Warum die Bewohner diese Siedlung verlassen haben, ob wirtschaftliche Gründe, Kriege, Fehden oder Seuchen die Ursache waren, ist nicht bekannt. Nach der Reformation fiel die „Wüstung Kunersdorf“ an den Kurfürsten. Dieser setzte auf die alte Dorfstelle einen Pachtschäfer und einen „Heydereuther“ an. Hieraus entwickelte sich das Forstamt Kunersdorf.

Heute finden wir an dieser Stelle die „Heimvolkshochschule am Seddiner See“ – eine Bildungsstätte für die außerschulische Jugend- und Erwachsenenbildung der verschiedensten Bereiche, wie Landwirtschaft, Dorfgestaltung, Kirche, Kommunalpolitik u. a.

Die Wälder der Umgebung tragen noch immer den Namen Kunersdorfer Forst, leider haben diese ihren natürlichen Baumbestand wie Eichen, Hainbuchen, Birken, Erlen und Eschen überwiegend eingebüßt. In der Umgebung der ehemaligen Oberförsterei, auf dem Ziegenberg, gibt es noch ein kleines unter Schutz gestelltes Wäldchen mit eben diesen Bäumen – auch Buschwindröschen, Maiglöckchen und Waldmeister breiten sich hier noch aus. Ansonsten ist die Kiefer dominierender Bestandteil der Wälder um den Seddiner See geworden.

Verschiebebahnhof und Eisenbahnersiedlung

Die industrielle Entwicklung Berlins Anfang des 20. Jahrhunderts steht in unmittelbarer Verbindung mit der Errichtung des Wohnortes Neuseddin. Es gab Überlegungen, den Rangierverkehr und den Güterumschlag außerhalb der Stadt zu ermöglichen. Die von der königlichen Eisenbahnverwaltung vorgelegten Pläne beinhalten eine nördliche und südliche Umgehungsbahn und einen Verschiebebahnhof.

Ein Regierungserlass von 1908 legte die Realisierung des Verschiebebahnhofes in Seddin in eben diesem Kunersdorfer Forst ca. 2 km westlich der ehemaligen Dorfstelle Kunersdorf fest. Zum Bau des Verschiebebahnhofes mussten 140 ha Wald (300 m breit und 3 km lang) abgeholzt werden. Im Jahre 1915 wurde dann mit der Errichtung einer Eisenbahnersiedlung mit dem Namen „Neu-Seddin“ begonnen. Wegen des 1. Weltkrieges konnte der Bahnkomplex nicht fertiggestellt werden, erst nach 1918 wurden die ersten Wohnhäuser bezogen, der Bahnhof selber wurde sogar erst 1924 nach einer internationalen Ausstellung zur Eisenbahntechnik in Betrieb genommen.

In den folgenden Jahren wurden immer mehr Reichsbahndienststellen angesiedelt und der Wohnort wuchs von mal zu mal. 1925 entstand auf dem Bahnhofsgelände ein Wasserturm und eine Krananlage zur Bekohlung der Dampfloks. Der 1939 fertiggestellte Südbahnhof diente militärischen Zwecken und war während des 2. Weltkrieges mehrfach Ziel von Bombenangriffen, auch Munitionsexplosionen richteten große Zerstörungen an, viele Menschen fanden dabei den Tod. Auf dem Friedhof in Neuseddin erinnert ein Gedenkstein an die Opfer dieser Zeit.

Als Anfang der 7Der Jahre in Neuseddin eine Einheit der NVA der DDR stationiert wurde, wuchs der Ort erneut. Der Bahnhof Seddin wurde im Transitverkehr zu einem der bedeutendsten Umschlagplätze. Nach der Wende im Jahre 1989 erlebte der Verschiebebahnhof einen deutlichen Rückgang des Zugverkehrs, was eine Umstrukturierung erforderlich machte. Inzwischen stabilisiert sich dank zunehmender Bautätigkeiten besonders im Berliner Raum diese Güterumschlagstelle.

Erfreulich für alle Besucher ist auch der Anschluß an das Berliner S-Bahnnetz, die Regionalbahn RB 206/11 (Wannsee-Belzig) hält auf diesem Bahnhof, mit der Buslinie 641 (Neuseddin – Beelitz) gelangt man direkt an den Seddiner See. Es gibt bereits Überlegungen, am S-Bahnhof einen Fahrradverleih einzurichten, um den Weg von hier durch unser Naherholungsgebiet mit umweltfreundlichen Verkehrsmitteln zu ermöglichen.

Verschiedene Einkaufsmöglichkeiten sind in der Siedlung Neuseddin und im Gewerbegebiet vorhanden, dieses hat sich nach der Wende auf dem ehemaligen Armeegelände entwickelt und besitzt bereits eine beträchtliche Anzahl von Bau- und Transportgewerbe. Das Büro der Gemeindeverwaltung „Seddiner See“ findet man ebenfalls in diesem Gewerbegebiet – im Kiefernweg 5.

Landschaftlich sehr wertvoll in der Umgebung von Neuseddin sind der südlich der Siedlung gelegene Teufelssee und die sich anschließenden Waldmoorgebiete, mit selten gewordenen Pflanzen und Tieren, die ganz besonders schützenswert sind. Eine Wanderung in das ausgedehnte Waldgebiet um den Teufelssee ist dem Naturliebhaber sehr zu empfehlen, allerdings ist hier für Aktivurlaub nicht der richtige Platz. Man erreicht den See, wenn man durch die Eisenbahnersiedlung in südlicher Richtung durch den Wald wandert. Trifft man auf eine größere Weggabelung und die Fenngebiete, wandert man an diesen rechts vorbei weiter bis zum Teufelssee. Ein Weg führt um den See herum und in östlicher Richtung bis zur B2 nach Seddin, er ist im letzten Abschnitt asphaltiert. Läuft man nur 400 m die B2 in Richtung Potsdam, kann man über die Bahnhofstraße, die vor dem Seddiner See links abbiegt, durch den Wald wieder nach Neuseddin gelangen. Dieser letzte Wegabschnitt wird gegenwärtig als Wanderweg für Fußgänger und Fahrradfahrer zwischen beiden Orten ausgebaut. Von der B2 besteht auch die Möglichkeit, mit dem Bus 641 zurück nach Neuseddin zu fahren.

Ein schöner Ausflug vom Bahnhof Seddin ist noch möglich, wenn Sie in westlicher Richtung unter dem Autobahnzubringer Ferch hindurch wandern oder radeln, danach nach rechts über eine gepflasterte Straße in den Wald einbiegen. Am jetzigen Forstamt Ferch vorbei gelangen Sie zum Kleinen und Großen Lienewitzsee (ca. 3 km). Von dort aus ist es nicht mehr weit nach Ferch oder Caputh.

Historisches Dokument des ehemaligen Fördervereins (Rund um den Seddiner See, 1995)